Der Verfall von Audio-CDs ist nur eine Frage der Zeit
Wie wurde doch die kleine Silberscheibe hoch gelobt. Unverwüstlich sei sie, der digitale Klang einzigartig. Die Musikindustrie startete mit der CD vor rund 25 Jahren den Abgesang auf die gute, bewährte Vinyl-Schallplatte. „Brothers In Arms“ von den „Dire Straits“ war dem Vernehmen nach das erste Musikalbum, welches dann 1985 im großen Stil als Silberling auf den Markt kam.
Was waren das noch für Zeiten, als der geneigte Musikliebhaber in den Plattenläden nach Herzenslust in den Gestellen stöbern konnte? Auf 31 mal 31 Zentimeter bot das Cover reichlich Platz für bunte Bilder. Sogar die Titel ließen sich ohne Lupe deutlich lesen. Der Inhalt war eine schwarze Scheibe mit 30 Zentimetern Durchmesser. Wenn sich dann dieses runde Teil auf dem Plattenteller drehte und ganz sanft von der Nadel gestreichelt wurde, erfüllte sich der Raum mit traumhafter Musik. Das war die Zeit der über Jahrzehnte bewährten Vinyl-Schallplatte. Wer seine Vinyl-Alben von damals noch nicht verhökert und seinen Plattenspieler noch nicht verschrottet hat, darf sich noch heute des wohlig-warmen Klanges erfreuen.
Wurden zu Beginn des digitalen Zeitalters bei Neuveröffentlichungen noch Vinyl und CD parallel angeboten, konnten gewisse Interpreten plötzlich nicht mehr auf Schallplatte gefunden werden. Und dann war es aus und vorbei mit der Herrlichkeit. Die Musikabteilungen in den Kaufhäusern waren plötzlich nur noch halb so groß, während der gut sortierte Schallplatten-Laden um die Ecke zum CD-Shop mutierte.
So bietet der kühle Silberling sicherlich auch erhebliche Vorteile. Er lässt sich im Auto wesentlich besser abspielen, als eine Vinyl-Scheibe. Wie war es eigentlich damals? Ach ja, da gab es ja noch die Musikkassette. Ein weiterer Vorteil der Compact Disc ist sicherlich der ununterbrochene Hörgenuss. Die CD braucht nicht gedreht zu werden. Sie hat schlicht und ergreifend keine A- und B-Seite. Spätestens nach dem ersten Versuch, sich auch die andere Seite anzuhören, ist der Fall klar. Genauso klar war schon bald die Tatsache, dass es mit der Unverwüstlichkeit nicht soweit her sein konnte. Wer schon in einer Diskothek oder einem Anlass aufgelegt hat weiß, wovon die Rede ist. Den misslichen Klang hier wiederzugeben, wenn eine CD hängt, ist leider ein Ding der Unmöglichkeit. Aber sie hängt oft, vor allem bei häufigem Gebrauch.
Und es kommt noch schlimmer. Fachleuten zur Folge haben CDs ein Verfalldatum. Allerdings wurde die Musikindustrie bis heute nicht dazu angehalten, ihre Produktionen entsprechend zu deklarieren. Nach 30 Jahren ist Schluss, mit Hörgenuss! Experten gehen davon aus, dass sämtliche Daten danach für den CD-Player unleserlich werden. Das sind wahrlich tolle Aussichten.
Es empfiehlt sich, die Musiksammlung auf der Festplatte des PCs zu archivieren. Mehr zu diesem Thema und wie das geht erfährt die besorgte Leserschaft unter „Audio-CDs vor dem Verfall retten und auf Festplatte archivieren“.
Wer seine Vinyl-Schallplatten digitalisieren möchte – das hält dann wieder für rund 30 Jahre – ist auf dieser Website ebenso gut beraten.
Alternativ kaufen Sie sich einen Plattenspieler – der Handel boomt wieder – und ziehen Sie sich genüsslich Ihre Vinyl-Sammlung rein. Es darf ruhig ein wenig knistern…
Der Verfasser bedankt sich herzlich bei Stefan für seine wertvollen Beiträge.
Musikalische Grüsse, Ihr
Christian „Hitsch“ Burkhardt
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